Digitale Sprachassistenten u. a. in Smart Speakern entwickeln sich zu einer pervasiven Technologie, die das Potenzial hat, ganze Geschäftsprozesse und -modelle zu verändern. Nutzerpräferenzen für bestimmte Marken digitaler Sprachassistenten determinieren maßgeblich digitale Geschäftsmodelle von Anbietern digitaler Sprachassistenten und von Produktanbietern, die sich des sprachgesteuerten Electronic Commerce als Distributionskanal bedienen. In diesem Beitrag werden daher mittels eines Discrete Choice-Experiments Nutzerpräferenzen für Markierungen und weiteren Produkteigenschaften von Smart Speakern untersucht. Basierend auf den Daten von 350 Smart SpeakerNutzern werden Latent Class – Multinomiale Logit Modelle geschätzt und fünf Nutzersegmente abgeleitet, die sich maßgeblich in ihren Präferenzen unterscheiden. Die Wichtigkeit der Markierung für den Kauf eines Smart Speakers zeigt sich in allen identifizierten Segmenten: Während Smart Speaker einer unbekannten Marke generell abgelehnt werden, differieren die Markenpräferenz zwischen den Segmenten stark. Die nachdrückliche Präferenz einzelner digitaler Sprachassistenten in Smart Speakern verdeutlicht ihre potenzielle Schlüsselfunktion als Intermediäre in digitalen Geschäftsmodellen. Dies kann nicht nur zu Verzerrungen und Umwerfungen im bisherigen Marktgeschehen C. D. Schultz (B) Fakultät für Wirtschaftswissenschaft, Fern Universität in Hagen, Hagen, Deutschland E-Mail: carsten.schultz@fernuni-hagen.de F. Paetz Clausthal Executive School, Technische Universität Clausthal, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland E-Mail: friederike.paetz@tu-clausthal.de
Kurzbiografie
Dr., Privatdozent fuer Betriebswirtschaftslehre (Marketing) an der FernUniversitaet Hagen. Promotion 2012, Habilitation 2021. Forschungsinteressen: Digitale Geschaeftsmodelle, digitales Marketing, digitale Assistenten.
Beiträge in der Reihe 2 Beitrage
Band 2 · Voraussetzung, Implementierung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Rahmen datenbasierter Geschäftsmodelle
Band 3 · Nachhaltige Geschäftsmodelle durch digitale Innovation und Transformation
Der Lebensmittelhandel befindet sich aktuell in einem drastischen Wandel: So muss er auf ein geändertes Einkaufsverhalten sowohl hinsichtlich eines gesundheitsbewussteren und nachhaltigkeitsorientierterem (Kauf-)Verhaltens der Konsumenten als auch hinsichtlich einer Präferenz zu mehr Digitalisierung, d. h. Online-Einkäufe oder Nutzung von smarten Einkaufswagen im stationären Handel, reagieren. Mit Hilfe von zwei Discrete Choice Experimenten wird im vorliegenden Beitrag untersucht, welche individuellen Konsumentenpräferenzen für Fleischersatzprodukte im stationären und digitalen Lebensmittelhandel existieren. Während beispielsweise Preise und die Verpackungsart in beiden Absatzkanälen vergleichbaren Nutzen stiften, präferieren Teilnehmende des stationären Szenarios das Fleischprodukt, während im digitalen Szenario das Fleischersatzprodukt präferiert wurde. Unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit ergeben sich somit unterschiedliche Ansätze, um digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln und zu gestalten.