Digitale Technologien bieten vielseitige Chancen für Gründungen. Im Rahmen dieses Buchkapitels wird aufgezeigt wie der Zugang zu Technologie – exemplarisch am Beispiel von 3D-Druck – zur Überwindung von Barrieren im Gründungsprozess beitragen kann. Hierfür werden zunächst typische Herausforderungen während des Gründungsprozesses aus den Bereichen (1) Neuproduktentwicklung, (2) Technologie, (3) Markt, (4) Finanzen und (5) Geschäftsmodell theoretisch beleuchtet. Im Anschluss wird auf die Potentiale von 3D-Druck allgemein sowie für Gründungen eingegangen. Daran anschließend werden die theoretischen Überlegungen zum Potential von 3D-Druck für Gründungsvorhaben anhand einer Fallstudie aus dem Bereich der Mikroskopie mit der Praxis abgeglichen. Es zeigt sich, dass der Zugang zu 3D-Drucktechnologie dabei hilft typische Herausforderungen im Gründungsprozess zu überwinden sowie die Produktentwicklung zu beschleunigen und kundenorientierter zu gestalten.
Autor:in · Entrepreneurship der Zukunft
Oliver Mauroner
Hochschule Hof
Kurzbiografie
Professor für Technologieorientiertes Innovations- und Gründungsmanagement an der Hochschule Hof (seit 2023). Co-Founder der V-INDUSTRY GmbH. Zuvor Professor an der Hochschule Mainz und Juniorprofessor an der Bauhaus-Universität Weimar. Forschungsaufenthalt an der UC Berkeley. Forschungsschwerpunkte: Innovationsmanagement, Maker Movement, Entrepreneurship.
Beiträge in der Reihe 2 Beitrage
Band 1 · Digitale Technologien und der Wandel von Geschäftsmodellen
Band 3 · Nachhaltige Geschäftsmodelle durch digitale Innovation und Transformation
Open-Source-Hardware (OSHW) überträgt die Prinzipien der offenen Entwicklung, wie sie aus Open-Source-Software (OSSW) bekannt sind, auf physische Produkte. Dies stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da frei verfügbare Designs den klassischen Schutzmechanismen des geistigen Eigentums entgegenstehen. Das Kapitel untersucht acht OSHW-Projekte und widmet sich der Fragestellung, wie OSHW-Startups trotz der Offenheit ihrer Designs wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können. Die Analyse zeigt, dass erfolgreiche OSHW-Startups hybride Geschäftsmodelle nutzen, die eine Kombination aus Hardware-Verkauf, Serviceleistungen, Schulungen, Beratung und teilweise Dual-Lizenzierung umfassen. Da Open-Source-Designs leicht kopierbar sind, müssen Unternehmen alternative Monetarisierungsstrategien entwickeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Es wird deutlich, dass OSHW nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern auch ein Differenzierungsmerkmal sein kann. Modularität und Anpassungsfähigkeit erhöhen den Nutzwert von Produkten und ermöglichen eine flexible Kundenansprache. Gleichzeitig erfordert OSHW ein durchdachtes Wertschöpfungsmodell, da Produktion, Logistik und Qualitätssicherung komplexer sind als bei Softwareprojekten. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf ein starkes Community-Engagement, kooperative Entwicklungsansätze und ergänzende Dienstleistungen zur Monetarisierung. Insgesamt zeigt sich, dass OSHW durch innovative Geschäftsmodelle wirtschaftlich tragfähig sein kann. Die Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke für Gründer, Investoren und Unternehmen, die Open-Source-Prinzipien strategisch nutzen und langfristige Wettbewerbsvorteile sichern möchten.