Ausgehend vom Wissenschaftsfeld der Zukunftsforschung werden Voraussetzungen und Rahmenbedingungen eruiert, damit Ausblicke in die Zukunft für Unternehmer belastbare Prognosen darstellen. Dies ist notwendig, um Erfahrungen der Vergangenheit mit Handlungen der Gegenwart zu synchronisieren und auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auszurichten. Ein wesentliches Konzept bilden hierbei neben dem Geschäftsmodell sog. Megatrends. Vorgestellt und zueinander in Beziehung gesetzt werden die Typologien des Zukunftsinstituts (2021) sowie von Grömling und Haß (2009). Anschließend wird der Megatrend ‚Technologischer Fortschritt‘ fokussiert und es werden vor diesem Hintergrund drei Thesen im Hinblick auf die Geschäftsmodellentwicklung formuliert. Abschließend werden die Kapitel des vorliegenden Bandes kurz vorgestellt und in die Landschaft der Megatrends eingeordnet.
Entrepreneurship
Dachthema der gesamten Buchreihe
14 Beitrage in der Reihe
Beiträge zum Thema
Band 1 · Digitale Technologien und der Wandel von Geschäftsmodellen (6 Beitrage)
Interne und externe Informations- und Kommunikationsprozesse in Unternehmen nahezu aller Branchen werden zunehmend durch digitale Informationstechnologien unterstützt. Die grundlegenden Vorteile solcher digitalen Technologien sorgen dafür, dass sich dieser Trend auch in Zukunft fortsetzen wird. Die stetige Entwicklung digitaler Technologien in der damit einhergehenden Digitalen Ökonomie (respektive Digital Economy) hat maßgeblichen Einfluss auf die vielfältigen Möglichkeiten, innovative Geschäftskonzepte auf der Basis digitaler Informations- und Kommunikationsnetze zu entwickeln und diese durch eine Unternehmensgründung zu realisieren (Digital Startups). Vor diesem Hintergrund beschreibt der Begriff „Digitales Unternehmertum“ bzw. „Digital Entrepreneurship“ den Akt der Gründung neuer Unternehmen speziell in der Digital Economy. In diesem Artikel wird aus theoretischer und praktischer Sicht ein Rahmen für Unternehmensgründungen in der Digital Economy entwickelt. Zunächst wird die Digital Economy charakterisiert. Anschließend wird die digitale Wertschöpfung erläutert, die auf digitalen Prozessen basiert und den Ausgangspunkt für jedes in der Digital Economy agierende Unternehmen darstellt. Dieser Beitrag zeigt auf, welche Möglichkeiten innovativer unternehmerischer Aktivitäten von Unternehmen in der Digital Economy durchgeführt werden können, um digitale Mehrwerte zu generieren. Dabei werden auch die Erfolgsfaktoren für die Gründung eines Unternehmens in der Digital Economy abgeleitet. Zusammenfassend geht es in diesem Beitrag um die Beantwortung folgender Fragen: Welches Umfeld und welche Möglichkeiten bietet die Digital Economy für neue und innovative unternehmerische Aktivitäten? Was sind die Besonderheiten bei der Gründung eines Unternehmens in der Digital Economy? Welche theoretischen und praktischen Grundsätze müssen beachtet werden?
Die zurückliegende Dekade hat eindrucksvoll gezeigt, mit welcher disruptiven Gewalt die digitale Transformation Geschäftsmodelle etablierter Unternehmen in zahlreichen Industrien und Wirtschaftszweigen gewandelt hat und wie es ideenreiche Entrepreneure durch neuartige Geschäftsmodelle gelungen ist, sich erfolgreich am Markt zu etablieren. Trotz der zunehmenden Bedeutung von digitalen, datenbasierten und plattformbasierten Geschäftsmodellen sind ihre konzeptuellen Grundlagen und spezifischen Charakteristika bislang nur unzureichend erforscht und systematisiert. Dieser Grundlagenbeitrag unternimmt den Versuch, konzeptionelle Klarheit zwischen diesen Begrifflichkeiten herzustellen, konstituierende Merkmale der drei Arten von Geschäftsmodellen herauszuarbeiten und diese in ein geschäftsmodellorientiertes Rahmenwerk zu überführen. Die Anwendbarkeit und Nützlichkeit des entwickelten konzeptionellen Rahmenwerks werden anhand unterschiedlicher Praxisbeispielen verdeutlicht.
Die Entwicklung und Realisierung innovativer Geschäftsmodelle durch Startups erfordert insbesondere nach einer ersten Validierung der eigenen Geschäftsidee den Zugang zu finanziellen Ressourcen. Gründer können auf vielfältige Weise Zugang zu entsprechenden Ressourcen erhalten. Eine Option ist die Entwicklung von Crowdfunding-Kampagnen. Die existierende Forschung setzt unterschiedliche Akzente bei der Identifikation von Erfolgsfaktoren. Dieser Artikel gibt einen Überblick zu Erfolgsfaktoren von Crowdfunding Kampagnen basierend auf einer strukturierten Literaturrecherche. Hierbei erfolgte die systematische Erhebung von Erkenntnissen zu den Erfolgsfaktoren von Crowdfunding Kampagnen in internationalen A- und B-Journals. Im Anschluss an die Identifikation und Kategorisierung der Erfolgsfaktoren erfolgt eine Einordnung dieser Faktoren in den zeitlichen Ablauf einer Crowdfunding Kampagne.
Digitale Technologien bieten vielseitige Chancen für Gründungen. Im Rahmen dieses Buchkapitels wird aufgezeigt wie der Zugang zu Technologie – exemplarisch am Beispiel von 3D-Druck – zur Überwindung von Barrieren im Gründungsprozess beitragen kann. Hierfür werden zunächst typische Herausforderungen während des Gründungsprozesses aus den Bereichen (1) Neuproduktentwicklung, (2) Technologie, (3) Markt, (4) Finanzen und (5) Geschäftsmodell theoretisch beleuchtet. Im Anschluss wird auf die Potentiale von 3D-Druck allgemein sowie für Gründungen eingegangen. Daran anschließend werden die theoretischen Überlegungen zum Potential von 3D-Druck für Gründungsvorhaben anhand einer Fallstudie aus dem Bereich der Mikroskopie mit der Praxis abgeglichen. Es zeigt sich, dass der Zugang zu 3D-Drucktechnologie dabei hilft typische Herausforderungen im Gründungsprozess zu überwinden sowie die Produktentwicklung zu beschleunigen und kundenorientierter zu gestalten.
Im vorliegenden Kapitel wird ein Projekt vorgestellt, in dessen Rahmen eine App zur Erkennung des Verschleißzustands von Getrieben auf Grundlage des aktuellen Stands der Technik entwickelt und erprobt wurde. Dabei werden die einzelnen Methoden vorgestellt und deren Verwendung begründet, bevor abschließend auf die Möglichkeit eines neuen Geschäftsmodells eingegangen wird.
Band 2 · Voraussetzung, Implementierung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Rahmen datenbasierter Geschäftsmodelle (3 Beitrage)
Künstliche Intelligenz hat in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen und gilt als wesentlicher Trend zukünftiger Wirtschaftsund Gesellschaftsentwicklungen. Unternehmen sehen in der Anwendung von KI große Chancen, beispielsweise durch automatisierte Prozesse, die Zeit und Kosten sparen sowie verbesserte Entscheidungen durch die Analyse großer Datenmengen. KI kann auch dazu beitragen, neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und die Kundenbindung zu verbessern. Allerdings birgt die zunehmende Verbreitung von KI auch Risiken, wie die Veränderung von Arbeitsplätzen durch Automatisierung und ethische Herausforderungen, die sich z. B. aus der Verarbeitung persönlicher Daten ergeben. Unternehmen müssen daher sorgfältig abwägen, wie sie KI einsetzen, um die Chancen zu nutzen und die Risiken zu L. Heim (B) Aeon Robotics GmbH, Braunschweig, Deutschland E-Mail: heim@aeonrobotics.com S. Gerth Zentrum ProKI-Ilmenau & Mittelstand-Digital Zentrum Ilmenau, Technische Universität Ilmenau, Ilmenau, Deutschland E-Mail: info@sebastiangerth.com MentalAid UG (haftungsbeschränkt), Erfurt, Deutschland
Die Verwendung von KI-Systemen stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen, bietet aber zugleich große Wertschöpfungspotenziale, die sich nicht nur in neuen oder modifizierten Produkten, Dienstleistungen oder Prozessverbesserungen begründen, sondern sich ebenfalls aus neuen, KI-basierten Geschäftsmodellen ergeben. Diese basieren auf einer Gemeinsamkeit: Eine KI wird durch eine erhebliche Masse an Informationen trainiert und bis zur Marktreife gebracht. Die Datengewinnung ist demzufolge essentiell für den Erfolg eines KI-basierten Geschäftsmodells. Doch wie werden diese Daten generiert und in der Rechnungslegung erfasst? Stellen die Daten und die KI einen (immateriellen) Vermögensgegenstand aus Sicht der handelsrechtlichen Rechnungslegung dar? Wie hängt dies von der Form der Datengewinnung und dem Entwicklungsprozess von KI ab? Werden abhängig von den jeweiligen Strukturen zur Datengewinnung und KI-Entwicklung Wahlmöglichkeiten zur Aktivierung genutzt, um beispielsweise die Vermögenslage des Unternehmens besser darzustellen? Der Beitrag widmet sich den aufgeworfenen Fragestellungen und fokussiert unter Rückgriff auf eine Befragung KI-basierter deutscher Start-ups zwei Themenbereiche: 1) Zunächst wird ermittelt, welche Varianten der Datengewinnung bei KI-Start-ups vorherrschen und welchen Status die K. Sopp (B) Lehrstuhl für Entrepreneurship und betriebswirtschaftliche Steuerlehre, TU Bergakademie Freiberg, Freiberg, Deutschland E-Mail: karina.sopp@bwl.tu-freiberg.de I. Schulze Max-Planck-Förderstiftung, München / Gründernetzwerk SAXEED, Freiberg, Deutschland E-Mail: isabel.schulze@saxeed.net
Entrepreneure zeichnen sich durch das Erkennen, Bewerten und Ausnutzen von unternehmerischen Möglichkeiten aus. Nach dem Verständnis von Schumpeter tritt der Entrepreneur dabei insbesondere als Innovator in Erscheinung, indem er durch seine schöpferische Kraft innovative Ideen entwickelt und auf dem Markt etabliert. Was jedoch passiert, wenn die Künstliche Intelligenz den eigentlichen Entrepreneur immer weiter ersetzt und die schöpferische Zerstörung in Zukunft von einer Maschine übernommen wird? Im Rahmen dieses konzeptionellen Beitrags wird dieser Frage nachgegangen, indem aufgezeigt wird, wie die Künstliche Intelligenz das Entrepreneurship der Zukunft verändern wird. Dazu wird ein übergeordnetes Rahmenwerk entwickelt, welches differenziert zwischen datengestützten (Data Support) und datengetriebenen (Data Decision) Entscheidungen sowie Geschäfts- (Business Opportunities) und unternehmerischen Entscheidungen (Entrepreneurial Opportunities). Entlang von Big Data, Big Intelligence und Data Entrepreneurship wird anschließend ein Intelligence Entrepreneurship abgeleitet, wobei die Künstliche Intelligenz die zukünftige schöpferische Kraft des Unternehmertums ersetzen könnte. Der Beitrag leistet somit wichtige Implikationen sowohl für die Praxis als auch für die Forschung. T. Kollmann (B) Lehrstuhl für BWL und Wirtschaftsinformatik, insbesondere Digital Business und Digital Entrepreneurship, Universität Duisburg-Essen, Essen, Deutschland E-Mail: tobias.kollmann@icb.uni-due.de L. Kleine-Stegemann Kearney, Düsseldorf, Deutschland
Band 3 · Nachhaltige Geschäftsmodelle durch digitale Innovation und Transformation (5 Beitrage)
Das Kapitel diskutiert die Notwendigkeit eines neuen Verständnisses von Unternehmertum im Spannungsfeld globaler ökonomischer, sozialer und ökologischer Herausforderungen sowie digitaler Transformation. Es argumentiert, dass traditionelle Paradigmen inkrementeller Innovation und linearer Digitalisierung nicht ausreichen, um nachhaltige unternehmerische Zukunftsfähigkeit zu sichern. Stattdessen bedarf es einer tiefgreifenden Integration von Nachhaltigkeit und Digitalisierung, die in der heutigen Zeit als kooperative Gestaltungsräume verstanden werden müssen. Anhand konzeptioneller Überlegungen und praktischer Beispiele wird gezeigt, wie digitale Technologien, neue Geschäftsmodelllogiken, kollaborative Innovationsprozesse und zukunftsorientierte Regulierung zu einer resilienz- und verantwortungsorientierten Unternehmenspraxis beitragen können. Das Kapitel mündet in sieben Prinzipien zukunftsfähigen Unternehmertums, die als Reflexions- und Handlungsrahmen dienen und als eine Art Handlungsleitfaden verstanden werden können. Es plädiert für eine unternehmerische Haltung, die systemisches Denken, gesellschaftliche Verantwortung und aktive Gestaltung von Transformationen miteinander verbindet.
Die Digitalisierung in einer Gesamtbetrachtung wird in der Regel durch zwei wesentliche Strömungen bestimmt: Zum einen durch die Digitalen Innovationen, die in der Regel von kleinen Startups in Form von neuen digitalen Technologien oder neuen digitalen Geschäftsprozessen und -modellen entwickelt und auf den Markt gebracht werden. Zum anderen durch die Digitale Transformation, bei der in der Regel die großen Corporates ihre vorhandenen Technologien oder bestehenden Geschäftsprozesse und -modelle digitalisieren (wobei das durchaus auch innovativ erfolgen kann). Die Frage ist nun aber, wie man diese beiden Strömungen miteinander auch im Rückgriff auf die Nachhaltigkeit verbinden kann, so dass eine neue Kraft für den digitalen Fortschritt entsteht, die im Rahmen einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung sowohl die Startups als auch die Corporates von Vorteil wäre. Diesbezüglich beschreibt der Begriff „Digital Innopreneurship“ die Schaffung einer gemeinsamen digitalen Innovations- und Transformationsfähigkeit von Startups und Corporates, welche sich aus der digitalen Innovationskraft von Startups (Digital Entrepreneurship), der digitalen Transformationskraft von Corporates (Digital Intrapreneurship) sowie der digitalen Synergiekraft (Digital Interpreneurship) zwischen diesen beiden Akteuren zusammensetzt. Der vorliegende Beitrag soll dies veranschaulichen und das Kooperationspotenzial v.a. auch im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften beschreiben.
Das Buchkapitel beschäftigt sich mit der Rolle von Datenökosystemen und insbesondere des digitalen Produktpasses als zentrale Enabler für die Umsetzung zirkulärer Geschäftsmodelle in der Industrie. Angesichts wachsender ökologischer Herausforderungen und der Notwendigkeit, Materialkreisläufe zu schließen, gewinnen digitale Dateninfrastrukturen zunehmend an Bedeutung. Der digitale Produktpass gilt dabei als Schlüsselinstrument, um über den gesamten Lebenszyklus hinweg transparente, zugängliche und verwertbare Informationen bereitzustellen und bildet damit die Grundlage für effektive zirkuläre Strategien. Das Kapitel beleuchtet, wie Datenökosysteme und föderierte Datenräume den sicheren und interoperablen Austausch von Informationen ermöglichen. Im Fokus steht zudem der digitale Produktpass mit seinen Funktionen, Datentypen und konkreten Anwendungsbeispielen aus der Automobil-, Elektro- und Textilindustrie. Abschließend werden Zukunftsbilder für zirkuläre Ökosysteme entwickelt, die aufzeigen, welche technologischen, organisatorischen und unternehmerischen Fortschritte notwendig sind, um datenbasierte zirkuläre Geschäftsmodelle zu realisieren. Eine besondere Rolle kommt dabei visionären Entrepreneuren zu, die mit datenbasierten Innovationen zentrale Impulse für die Transformation zur zirkulären Wirtschaft setzen. Purpose-driven Start-ups, die sich sozialen und ökologischen Zielen verpflichtet fühlen, fordern etablierte Wertschöpfungssysteme heraus und treiben mit disruptiven Geschäftsmodellen systemische Veränderungen voran. Sie leisten nicht nur einen praktischen Beitrag zur Umsetzung der zirkulären Wirtschaft, sondern wirken als Katalysatoren für eine tiefgreifende Transformation von Industrie und Gesellschaft.
Open-Source-Hardware (OSHW) überträgt die Prinzipien der offenen Entwicklung, wie sie aus Open-Source-Software (OSSW) bekannt sind, auf physische Produkte. Dies stellt Unternehmen vor besondere Herausforderungen, da frei verfügbare Designs den klassischen Schutzmechanismen des geistigen Eigentums entgegenstehen. Das Kapitel untersucht acht OSHW-Projekte und widmet sich der Fragestellung, wie OSHW-Startups trotz der Offenheit ihrer Designs wirtschaftlich tragfähige Geschäftsmodelle entwickeln können. Die Analyse zeigt, dass erfolgreiche OSHW-Startups hybride Geschäftsmodelle nutzen, die eine Kombination aus Hardware-Verkauf, Serviceleistungen, Schulungen, Beratung und teilweise Dual-Lizenzierung umfassen. Da Open-Source-Designs leicht kopierbar sind, müssen Unternehmen alternative Monetarisierungsstrategien entwickeln, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Es wird deutlich, dass OSHW nicht nur ein Geschäftsmodell, sondern auch ein Differenzierungsmerkmal sein kann. Modularität und Anpassungsfähigkeit erhöhen den Nutzwert von Produkten und ermöglichen eine flexible Kundenansprache. Gleichzeitig erfordert OSHW ein durchdachtes Wertschöpfungsmodell, da Produktion, Logistik und Qualitätssicherung komplexer sind als bei Softwareprojekten. Erfolgreiche Unternehmen setzen auf ein starkes Community-Engagement, kooperative Entwicklungsansätze und ergänzende Dienstleistungen zur Monetarisierung. Insgesamt zeigt sich, dass OSHW durch innovative Geschäftsmodelle wirtschaftlich tragfähig sein kann. Die Erkenntnisse bieten wertvolle Einblicke für Gründer, Investoren und Unternehmen, die Open-Source-Prinzipien strategisch nutzen und langfristige Wettbewerbsvorteile sichern möchten.
Quantentechnologien basieren auf den Prinzipien der Quantenphysik und umfassen unter anderem Quantencomputer, -kommunikation und -sensorik. Trotz des großen Potenzials befinden sich die verschiedenen Quantentechnologien auf unterschiedlichen Reifegraden (Calarco 2022, S. 15 ff.). Allerdings steigt mit dem zunehmenden Reifegrad die Relevanz der Geschäftsmodellentwicklung (Gassmann et al. 2019, S. 20). Dies gilt nicht nur im Bereich der Quantentechnologien, sondern lässt sich auch bei anderen Deep-Tech-Innovationen beobachten, da technologische Reife erst dann ihr volles ökonomisches und gesellschaftliches Potenzial entfalten kann, wenn sie durch tragfähige Geschäftsmodelle ergänzt wird. Vor diesem Hintergrund untersucht dieses Kapitel, wie Geschäftsmodelle im Bereich der Quantentechnologien kategorisiert und differenziert werden können, welche Modelle bereits existieren und welche Rolle diese im Kontext der Nachhaltigkeit spielen. Ziel ist es daher, eine Geschäftsmodellperspektive für Quantentechnologien darzustellen. Zu diesem Zweck wird eine Taxonomie vorgestellt, welche auf Basis einer qualitativen Analyse der 100 weltweit bedeutendsten Quanten-Startups abgeleitet wurde. Darauf basierend wird eine exemplarische Einordnung von Quanten-Startups vorgenommen. Außerdem werden die identifizierten Geschäftsmodelle in den Segmenten Quantencomputer, -kommunikation und -sensoren erläutert. Dabei wird auch aufgezeigt, wie Quanten-Geschäftsmodelle zur Lösung globaler Herausforderungen im Kontext der Nachhaltigkeit beitragen und ökologischen Mehrwert stiften können. Dadurch entsteht ein umfangreiches Bild zum heutigen Stand der Kommerzialisierung von Quantentechnologien durch Quanten-Startups und ihre Wirkung auf Nachhaltigkeitsaspekte.