Ausgehend vom Wissenschaftsfeld der Zukunftsforschung werden Voraussetzungen und Rahmenbedingungen eruiert, damit Ausblicke in die Zukunft für Unternehmer belastbare Prognosen darstellen. Dies ist notwendig, um Erfahrungen der Vergangenheit mit Handlungen der Gegenwart zu synchronisieren und auf die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens auszurichten. Ein wesentliches Konzept bilden hierbei neben dem Geschäftsmodell sog. Megatrends. Vorgestellt und zueinander in Beziehung gesetzt werden die Typologien des Zukunftsinstituts (2021) sowie von Grömling und Haß (2009). Anschließend wird der Megatrend ‚Technologischer Fortschritt‘ fokussiert und es werden vor diesem Hintergrund drei Thesen im Hinblick auf die Geschäftsmodellentwicklung formuliert. Abschließend werden die Kapitel des vorliegenden Bandes kurz vorgestellt und in die Landschaft der Megatrends eingeordnet.
Geschäftsmodellinnovation
Strategische Weiterentwicklung von Geschäftsmodellen
6 Beitrage in der Reihe
Beiträge zum Thema
Band 1 · Digitale Technologien und der Wandel von Geschäftsmodellen (4 Beitrage)
Die Digitalisierung birgt für Unternehmen nahezu aller Branchen und Größen hinsichtlich der Innovation von Geschäftsmodellen enorme Potenziale. Dank digitaler Technologien können Unternehmen ihr Wertversprechen an den Kunden erhöhen oder Prozesse und Absatzkanäle, die zur Erfüllung des Wertversprechens benötigt werden, effizienter gestalten. Im vorliegenden Beitrag werden ausgewählte Ansätze der Digitalisierung von Geschäftsmodellen aus der Unternehmenspraxis anhand von konkreten Fällen vorgestellt und analysiert. Diese Erkenntnisse werden sodann vor dem Hintergrund existierender, theoretischer Erkenntnisse zum Thema Geschäftsmodellinnovation systematisiert.
Werden Geschäftsprozesse, (bspw. im Luftverkehr,) durch bewegliche Geräte unterstützt, ist das Wissen über den Standort des Geräts in der Regel eine Voraussetzung für die effiziente Nutzung. Aufgrund verschiedener Anforderungen ist ein Tracking der Gepäck- und Frachtanhänger (Dollies) an Flughäfen jedoch nicht überall verbreitet. Basierend auf einem Design-Science- Ansatz untersucht dieser Beitrag daher die wirtschaftlichen und technologischen Anforderungen an ein IoT-basiertes Asset-Tracking von Dollies - ein smartes Produkt-Service-System. Die Studie zeigt, dass nur eine Kombination verschiedener Technologiekategorien (z.B. WLAN, WPAN, LPWAN) in einem Konzept die Anforderungen erfüllt und mehr Transparenz über die Bewegung, die Verweildauer und den Standort der Dollies schaffen kann. Diese Informationen ermöglichen eine Optimierung zahlreicher Dolly-Nutzungsprozesse, welche mit einer Steigerung der Effizienz einhergeht. Sie bilden darüber hinaus die Basis für Geschäftsmodellinnovationen durch die Entwicklung weiterer smarter Produkt-Service-Systeme.
Entscheidungen unter Unsicherheit sind für Unternehmen normal. Megatrends und deren Subtrends sind die Treiber hinter Gesellschaftlichen Strömungen und Geschäftsmodellinnovationen. Das vorliegende Kapitel zeigt mit der Methode der trendantizipierenden Geschäftsmodellinnovationen ein Vorgehen auf, auf Basis dessen bestehende Geschäftsmodelle hinsichtlich ihrer Zukunftsfestigkeit gegenüber von Trends geprüft werden können. Die detaillierten Informationen zu verschiedenen Subtrends in den vorangegangenen Kapiteln des vorliegenden Bandes können als Basis für eine möglichst ausführliche Analyse im Rahmen dieser Methode dienen.
Band 2 · Voraussetzung, Implementierung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz im Rahmen datenbasierter Geschäftsmodelle (2 Beitrage)
KI-basierte audiovisuelle Analyse kann datengetriebene Produkt-, Prozessund auch Geschäftsmodellinnovationen in verschiedenen Anwendungsbereichen befördern. Allerdings müssen dafür wichtige Herausforderungen bezüglich Datenerhebung, Datenschutz, Datensicherheit, sowie von Erklärbarkeit und iterativer Entwicklung von KI-Modellen adressiert werden. In diesem Kapitel werden die Innovationspotenziale, relevante Probleme und Lösungsansätze am Beispiel von akustischem Monitoring erläutert. Dabei wird deutlich, dass der frühzeitige Einsatz von Verfahren und Technologien für vertrauenswürdige KI, adäquate Entwicklungsmethoden und systematische Evaluationsprozesse entscheidend für einen erfolgreichen Einsatz und die Realisierung der Innovationspotenziale sind. Verfahren und Komponenten für audiovisuelle Analyse sind Algorithmen, die Informationen aus Bild, Videound Audiomaterial extrahieren. Sie können in vielen Anwendungsbereichen wichtige Bausteine für datengetriebene Wir danken Sascha Grollmisch, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fraunhofer IDMT, für seinen wertvollen Input bei der Erstellung des Kapitels. P. Aichroth (B) · J. Liebetrau Fraunhofer IDMT, Ilmenau, Deutschland E-Mail: patrick.aichroth@idmt.fraunhofer.de J. Liebetrau E-Mail: judith.liebetrau@idmt.fraunhofer.de
Zahlreiche Unternehmen sind aktuell bestrebt ihre etablierten Prozesse und Leistungen durch die Nutzung von Künstlicher Intelligenz zu verbessern und fokussieren sich auf operationale Ebenen des Einsatzes. Im folgenden Artikel soll ein Blick auf das Potenzial der Leistungserstellung dieser Technologie im unternehmerischen Kontext geworfen werden, um Unternehmen neue Perspektiven aufzuzeigen, die zukünftig mit der Wertschöpfung der neuen Maschinen einhergehen damit verbundene Potenziale der Leistung dieser digitalen Maschinen werden auf strategische Geschäftsmodellinnovationen projiziert werden. Im Vordergrund steht die Betrachtung maschineller Leistung als Innovation, die nicht nur etablierte Leistungen automatisiert, sondern neuartige Werte schaffen kann. Die daraus resultierende Änderung vom Potenzialfaktor zur Effizienzsteigerung zum Wegbereiter neuartiger Geschäftsmodelle durch maschinelle Wertschöpfung, kann die treibende Kraft des Erfolges für Unternehmen einnehmen. P. Rimpp (B) Institut für Wirtschaftswissenschaft, Technische Universität Clausthal, Clausthal-Zellerfeld, Deutschland E-Mail: philipp.rimpp@tu-clausthal.de